Zwei Spitzensportler machen’s vor

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Speedway-Profi Martin Smolinski und Bundesliga-Judoka Dominik Gerzer lassen Athleten bei Fitnesscamp in Abensberg schwitzen.

Von Alexander Reichmann

Abensberg Fitness ist auch im Motorsport besonders wichtig. Das weiß der Speedway-Profi Martin Smolinski. Das bekannteste Mitglied des MSC Abensberg hat sich deshalb dazu bereit erklärt, dem Bahnsport-Nachwuchs zu vermitteln, wie man als Motorsportler mit einfachen Übungen, die man nahezu überall durchführen kann, fit wird und auch bleibt. Am ersten Januar-Wochenende lud er daher zusammen mit dem MSC zum Speedway-Fitnesscamp in die Josef-Stanglmeier-Halle. Unterstützung bekam der Motorsportler dabei von Judoka Dominik Gerzer aus den Reihen des deutschen Rekordmeisters TSV Abensberg.
Knapp 20 Sportler waren dem Aufruf gefolgt, in erster Linie junge Speedway-Nachwuchsfahrer wie die beiden Abensbergerinnen Alexandra und Annalena Schauer. Es waren aber auch ein paar „erfahrene“ Teilnehmer darunter, die bei dem durchaus ambitionierten Sportprogramm mitmachen wollten. Los ging es mit einem Outdoor-Lauf, danach stand Dehnen auf dem Programm. Physiotherapeut Gerzer zeigte spielerische Übungen aus dem Judobereich, anschließend ging es um Koordination mit Bällen. Am Nachmittag durften sich alle noch beim Zirkeltraining, bei einer Theorieeinheit und beim Fußball versuchen.
„Einige sind froh, dass es vorbei ist“
Am Tag darauf waren noch 13 Teilnehmer mit dabei – ob’s am anstrengenden Vortag lag, ist nicht überliefert. Bis Mittag wurde noch einmal gearbeitet, unter anderem mit Schattenboxen und einem Zirkeltraining.
„Wir hatten viel Spaß, auch wenn es für den einen oder anderen sicher auch sehr kräftezehrend war“, so Smolinski, der auch von Evi Rziha vom MSC Abensberg unterstützt wurde. Es sei schön, dass man die Judohalle zur Verfügung gestellt bekommen habe. Mit der Beteiligung war der Motorsportprofi zufrieden: „Wir hatten anfangs nur vier, fünf Anmeldungen, da haben wir uns gefragt, ob wir das überhaupt machen sollen. Dann waren aber doch fast 20 Teilnehmer da.“
Die Idee zum Fitnesscamp entstand schon im Sommer, wie Sascha Dörner, Speedway-Vorstand des MSC Abensberg erzählt, und zwar im Rahmen des Bayerncups, in dem sich der bayerische Speedwaynachwuchs in einer Rennserie misst. „Es hat allen viel Spaß gemacht und alle waren mit viel Ehrgeiz dabei. Aber gerade der zweite Tag hatte es ins sich, so dass einige schon froh waren, als das Camp dann rum war.“
Drift-Ausflug nach Österreich
Eine Wiederholung im nächsten Jahr sei laut Dörner angedacht, die Trainer hätten bereits zugesagt. In sechs Wochen treffen sich die jungen Bahnsportler wieder beim Trainingscamp auf der Sandbahn in Lonigo. „Da werde ich dann überprüfen, ob die Jungs und Mädchen an ihrer Fitness auch zu Hause gearbeitet haben“, so Smolinski lächelnd.
Der Speedway-Crack selbst genoss diese Woche übrigens eine spezielle Form der Saisonvorbereitung. In Österreich durfte er bei einer „Driftchallenge“ mit schnittigen Automobilen über Schnee und Eis schlittern. Der Ausritt war ein Geschenk von Freunden zu Smolinskis 30. Geburtstag am 6. Dezember 2014.
Martin Smolinski:
Der 30-jährige Speedway-Profi machte sich 2014 „unsterblich“ – er fuhr als erster deutscher Pilot permanent im weltweiten Grand-Prix-Zirkus mit. Den Vogel schoss er gleich im Auftaktrennen ab, als er völlig überraschend die komplette Elite überflügelte und siegte.
Dominik Gerzer:
Der 27-jährige Judoka zählt seit Jahren zu den Stützen des Bundesliga-Rekordmeisters Abensberg. Im Einzel war er zweimal 3. Deutscher Meister. Wegen seines Berufs als Physiotherapeut, wo er unter anderem den EVR-Cracks Hand auflegt, kann er sich nicht voll dem Spitzensport widmen.