Interview: So läuft der Deal mit Jawa

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Von Ivo Schützbach03.02.2016 13:22

Für Martin Smolinski ist die Saison 2015 der Grundstein zu großen Taten mit dem tschechischen Hersteller Jawa. Jetzt haben sich beide Parteien auf eine Zusammenarbeit bis inklusive 2018 geeinigt.

Der Deutsche Meister-Titel auf der Speedwaybahn sowie Rang 3 beim Goldhelm-Klassiker in Pardubitz sind die Glanzleistungen in Martin Smolinskis letzter Saison. Als einziger Spitzenfahrer arbeitete der Olchinger mit Jawa zusammen, aller Anfang war schwer.

SPEEDWEEK.com führte anlässlich der Vertragsverlängerung mit dem 31-Jährigen ein ausführliches Interview. Lesen Sie nachfolgend Teil 1.

Du hast einen Drei-Jahres-Vertrag unterschrieben?

Das erste Jahr mit Jawa war nicht einfach, wir mussten uns erst kennenlernen. Im Laufe des Jahres haben wir sehr gut und eng zusammengearbeitet und einiges erreicht. Mit einem Deutschen Meistertitel, mit lauter neuen Ingenieuren, die an den Motoren arbeiten, brauchen wir uns nicht verstecken.

Jetzt geht es aber darum nach vorne zu schauen. Wir haben uns lange an einen Tisch gesetzt, ich wollte nicht nur für ein Jahr planen. Das Ziel ist, mit Jawa-Motoren zurück in den Speedway-Grand-Prix zu kommen. Daran müssen wir hart arbeiten.

Bei Jawa läuft viel, wir arbeiten viel gemeinsam. Ich bin ja nicht nur als Werksfahrer für sie tätig, wir planen gerade die 250er-Academy, wovon auch eine Veranstaltung in Deutschland stattfinden wird. Da werde ich auch als Trainer aktiv sein. Jawa investiert viel, gleichzeitig suchen sie aber auch Investoren, damit sie wirtschaftlicher arbeiten können.

Arbeitest du zukünftig direkt mit dem Jawa-Werk oder wird wieder ein Tuner wie in der Vergangenheit Großewächter zwischengeschaltet sein?

Es sind ein paar Tuner involviert, die ganzen Informationen laufen aber bei Jawa zusammen. Es gibt ein Kooperationsteam, es wird nicht wie letztes Jahr sein, dass es direkt über einen Tuner läuft. Ich beziehe mein Material von Jawa, im Hintergrund arbeitet aber ein großes Technologieteam für mich. Sie sind uns bei der Weiterentwicklung behilflich. Diese Leute kommen teilweise aus der Formel 1, es sind aber auch graue Eminenzen aus der Motorsport-Szene dabei. Diese Leute haben früher schon sehr viel erreicht.

Es wird also keinen echten Smolinski-Tuner mehr geben wie bislang?

Das wird sich noch herausstellen. So wie bislang wird es nicht sein, ich werde mit mehreren Leuten zusammenarbeiten, so wie das viele Fahrer machen. Es arbeiten auch zwei Bahnsport-Tuner mit, die alle Informationen erhalten und ihre einfließen lassen. Das wird ein Gesamtpaket, bei Jawa läuft über mein Netzwerk alles zusammen.

Wenn du dich an einen Hersteller bindest gehst du das Risiko ein, dass du nicht immer das beste Material hast. Stand heute hinkt Jawa gegenüber GM hinterher. Hast du keine Angst, dass du zu viel Vertrauen in Jawa setzt?

Nein, habe ich nicht. Wir hinken nicht hinterher. Das ist eine Win-win-Situation, es ist ja auch für mich gut, dass sie an mich glauben. Für sie ist es gut, dass ich an sie glaube. Auf längere Zeit ist man gemeinsam stark.

Bei Jawa stehen die Türen offen für mich, gemeinsam können wir viel erreichen. Mit einem Werk zu arbeiten macht Spaß. Jawa ist ein großes Werk mit einer breiten Produktionspalette. Man kann in dem Werk alles machen, von Fahrwerken über Motoren, und überall kann ich mein Know-how mit einfließen lassen.

Jawa hängt im Moment ein kleinwenig hinten. Aber warum? Weil sich 99 Prozent der Tuner auf GM-Motoren spezialisiert haben. Manche wollen keine Jawa-Motoren in die Hand nehmen, weil sie einfach nicht wollen. Vom Grundaufbau gibt es keinen großen Unterschied. Wir arbeiten an der Fahrdynamik, da ist mit den kommenden Entwicklungen viel möglich.

Die Leistung der Jawa-Motoren ist gut, das hat man letztes Jahr gesehen. Wenn ich es schaffe die Motoren abzustimmen, dann fahre ich vorne mit. Nur habe ich ein sehr kleines nutzbares Drehzahlband, das müssen wir verbreitern. Das geht viel über die Abstimmung.

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