1995 bis 2014 20 Jahre Rennteam Smolinski mit Martin Huber!

Der „Masch“ war schon in frühester Jugend mit dem Bahnsportvirus infiziert. Ob bei Josef Angermüller oder später bei Karli Maier war er oft auf den Rennplätzen im In-und Ausland dabei. Und er hatte immer ein offenes Ohr wenn bei einem Bahnfahrer akute Geldnot herrschte.Europaweit kannte man ihn auch unter dem Namen -Sautreiber- oder – Der Weltmeister im Sautreiben-. Egon Müller sagte immer „Schweinstreiber“. Er hatte nämlich im Rahmen einer Stammtischwette 1969 im Hofbräuhaus in München mit Otto Wiesheu (sein Banknachbar aus der Schule), damals noch Staatsminister der Bayr. Staatsregierung, später dann Bayr. Wirtschaftsminister, gewettet, dass er ein Schwein ohne Zwang einmal um Zolling, immerhin mehr als 15km, rumtreiben würde. Das wurde vertraglich festgelegt. Wie wir alle wissen, gewann der „Masch“ damals die Wette und stand mehrere Jahre als -Weltmeister im Sautreiben- im Guiness Buch der Rekorde.

Unsere erste echte Begegnung mit dem Masch war im Sommer 1995 beim Schülerspeedwayrennen in Pfaffenhofen. Der Martin fuhr in der Schülerklasse B auf einer Yamaha PW80, 3 Gang Halbautomatik mit ca. 5PS. Es war eine Clubmschine vom MSC Olching. Und er belegte mit diesem unterlegenen Motorrad Platz 3, alle anderen B-Schüler fuhren schon mit einer 60er Kawasaki mit 6 Gängen und 15 PS.

Es war eine Bullenhitze, der Masch war mit unserem „Filmer“ Johann Schröpfer zum Rennen gekommen und saß im Wirtshausgarten, bei einem frischen Bier als Zuschauer direkt an der Rennbahn. Smoli ist ihm sofort aufgefallen. Nach dem Rennen holte der Hans (Schröpfer) uns alle zu ihm an den Tisch – den Martin, seine Schwester Christiane, mich als Vater und meine 1989 verstorbene Frau Gabi. „Der Bua braucht a g`scheits Motorradl!“ So waren seine ersten Worte. „Der Schön Raimund vom MSCO soll morgen sofort a so a neue Kawa kaufen für den Buam. SOFORT!! Der is guat und wird a moi a richtiger Rennfahrer. Und des Motorradl zahl ich, der Masch!“ . Wir waren skeptisch. Denn so eine Kawa kostete neu etwa 3700.- DM. Und es musste alles ganz schnell gehen. Doch es war gar nicht so einfach, nach Saisonbeginn ein Cross-Motorrad zu bekommen. Doch Raimund Schön und ich haben über Adi Weber (dem späteren Lehrmeister vom Martin) eine Maschine erworben und der Masch hat das Ding tatsächlich sofort bar bezahlt ! Übergabe war dann im Olchinger Fahrerlager. Der Schröpfer hat‘s im Film festgehalten. Und der Martin war über-stolz. Jetzt hatte auch er eine Kawa. 3 Wochen später gings mit dem neuen Bike mit 25!!! Kindern (Olchinger Nachwuchs) und 25 Erwachsenen zum 3 Tage-Lehrgang nach St. Johann. Mit Toni Pilotto als Trainer. Sein erstes Rennen danach, in Haunstetten, hat der Martin dann gleich gewonnen und blieb dann in der Folge ein Jahr durchgehend ungeschlagen. Ich glaube 17 Rennen. 1996 wurde er mit diesem Bike in Pocking Deutscher Meister der Schüler B. Der Masch war auf einigen Rennen dabei und auch er war riesig stolz auf seinen Schützling.

In der Folgezeit wurde der Kontakt zum Masch immer enger. Einmal hat er nach dem Rennen in Landshut alle Schüler Rennfahrer mit Eltern zu sich nach Hause zum Essen und trinken eingeladen. Er hatte eine Riesenfreude mit den Kids.

Der Masch hatte damals schon Probleme mit seinen Beinen. Er wurde nämlich in den 80er Jahren, auf dem Motorrad sitzend, von einem Taxifahrer gerammt. Er war gerade auf dem Weg zum Bahnfahrer Sepp Angermüller und wollte einen 500er Motor abliefern. Dieser unverschuldete Unfall kostete ihn viele Monate Krankenhausaufenthalt und beeinträchtigte ganz erheblich sein Laufen.

Doch durch den Kontakt zu Martin, zu uns und zu seinem geliebten Bahnsport lebte der Masch wieder richtig auf. Das werden alle bestätigen können.

Der Martin wurde älter, stieg in die Schüler C Klasse auf und der Masch gab ab und zu immer mal wieder einen Schein dazu, wenns knapp wurde.

Nach dem Deutschen Meistertitel 1998 von Martin in der Schülerklasse C kam der Umstieg in die 500er Klasse Ende 1998. Jetzt kam der Masch Anfang 1999 wieder auf uns zu und sagte: Der Bua is immer no guad und hat trotz seiner Freundinnen einen unbändigen Willen zum Speedwayfahren und siegen. Deshalb gehst jetzt zum Schinko und kaufst Dir a gscheits Material. Egal was kost – das Beste – ich zahl’s wie Glump hast gnua dahoam. Und den Motor gibt’s vom Lausch Klaus.

So bekam der Martin im Frühjahr 1999 ein nagelneues Antik-Gestell und einen Lausch Motor – vom Masch bezahlt! Nur mit einer Einschränkung: Es wurde ein Vertrag aufgesetzt, dass, wenn der Martin das Fahren aufhört, das Bike dem Masch gehört. Der Motor ist dann beim 1. Training in Olching fest gegangen doch auch die notwendige Reparatur hat der Masch bezahlt.  Vor Ostern 1999 gings dann, mit dem Masch, ins ADAC Trainingslager nach Badia Calavena / Italien. Klaus Lausch war als ADAC Trainer auch mit dabei.Von da an haben wir den Masch bis 2012 in ganz Europa und in Deutschland auf viele Rennen mitgenommen. Italien, Tschechien, Östereich, Einige Male flog er auch mit dem Martin alleine zu Rennen und wir kamen mit dem Transporter nach. Z.B. nach Schweden, nach Belgien oder nach Lettland. Sogar zwei Mal war er in England dabei. Darüber hinaus gab‘s regelmäßige Besuche in Herxheim und auch in Scheesel. Dazu lebte der Dienstagsstammtisch beim Masch wieder richtig auf. Da traf man sich in seiner Speedway Gartenlaube jeden Dienstag bei einem Bier und einer guten Brotzeit.

Zum Osterrennen nach Pocking hat mich der Masch mal Karfreitag Nachts angerufen. Ich muß sofort kommen. Zum Wigg (Ludwig) in den Gasthof Hörhammer in Zolling. Er sprach von dieser Gastwirtschaft immer von seinem „Mutterhaus“. Da war Otto Wiesheu auch da. Bayr. Wirtschaftsminister! Der Otto Wiesheu versprach mir, dass er beim Olchinger Fronleichnam Rennen die Schirmherrschaft übernehmen und auch einen Bayr. Porzellanlöwen stiften wird. Aufgeladen mit geweihtem Schinken, Osterfladen und Ostereiern gings dann in der Nacht um 24.00 Uhr im Wohnmobil mit dem Masch nach Pocking. Der O.Wiesheu gab mir noch auf den Weg: Bring mir ja den Masch wieder gut nach Hause. Der Martin gewann und der Masch strahlte über beide Ohren.

Jeden Geburtstag vom Masch, am 2. Mai, haben wir ausgiebigst gefeiert. Und jedes Mal freuten wir uns schon auf den nächsten. Da kam es dann schon mal vor, dass im Birkenweg 2, in der Nacht, vom Martin die 500er angeworfen wurde und der Martin dann ein paar Runden drehte. Zum 60. und 65. Geburtstag bekam der Masch in der Olchinger Speedway Bahn in der Startkurve seinen eigenen Stammtisch und dazu seine eigene gemauerte „Martin Huber Treppe“. Das Edelstahlgeländer dazu lies er von einem Zollinger Freund anfertigen und aufstellen.

In den letzten Jahren machten ihm dann seine Beine immer mehr zu schaffen. Trotzdem machten wir noch Touren ins In- und Ausland. Aber es wurde beschwerlicher. Sein offenes Bein wollte nicht richtig zuwachsen. Fast jeden Tag musste er zum Doktor oder sein Hausarzt kam zum verbinden. Aber sein Elektrofahrzeug brachte ihn überall hin.

Zu meiner Hochzeitsfeier am 19. April 2014 kam er noch selbst mit seinem elektrischen Rollstuhl, seinen 70. Geb. am 2. Mai 2014 haben wir beim Hörhammer noch richtig kräftig mit vielen Fans, Karli Maier, Christoph Betzl, Otto Wiesheu, dem Olchinger Speedway Montag Stammtisch und seinen Verwandten gefeiert und auch am Montagstammtisch in Olching im PICO war er danach noch zwei Mal anwesend.Letzte Woche hab ich ihn noch im Krankenhaus in Freising besucht. Wir sprachen noch über das gemeinsame Essen beim Hörhammer, das er mir und meiner Frau zur Hochzeit geschenkt hat. Auch einen neuen SMOLI 2015 Kalender hab ich bei ihm im Krankenzimmer noch aufgehängt.

Am Montag den 3. November ist er dann im Beisein seiner Schwester eingeschlafen.

Der Masch war ein Bayrisches, oder Zollinger Original wie es kein Zweites mehr geben wird – doch er ist verewigt in unzähligen Johann Schröpfer Filmen und auf vielen, vielen Bilder. Er wird so nie in Vergessenheit kommen, der „Weltmeister im Sautreiben aus Zolling“!

Ruhe in Frieden, lieber Masch. Und schau runter vom Himmel mit deinen anderen Bahn-Rennfahrern wie Josef Angermüller, Hans Siegl, Dieter Dauderer und auch mit meiner Gabi und passt immer gut auf auf Deinen Schützling, den Martin.