Matthias Frye

Martin Smolinski muss Weltmeisterschaften absagen

An jeden noch so kleinen Strohhalm hatten sich Martin Smolinski und sein Team geklammert um in der Saison 2020 noch Rennen fahren zu können und sich den Traum vom Speedway Grand Prix 2020 erneut erfüllen zu können.

„Nach Rücksprache mit meinem Chirurgen FIM / BSI, meinem Team und meinen Sponsoren mussten wir heute die sehr traurige Entscheidung treffen, uns von der FIM Speedway Grand Prix-Serie 2020 zurückzuziehen“, so ein niedergeschlagener Martin Smolinski, nachdem er die schwerste Entscheidung des Jahres 2020 zu treffen hatte, „ich hatte während der Tests Ende Mai einen sehr schweren Unfall, der zu einer Femurkopffraktur der rechten Hüfte führte, die auf der Pipkin-Skala mit 4 bewertet wurde und die schwerwiegendste ist, was sowohl zu einem Bruch als auch zu einer Luxation der Hüftpfanne führte. Ich wurde am Universitätsklinikum Leipzig unter der Aufsicht von Dr. med. J. Fakler operiert und obwohl dies das Gelenk reparierte, gab es eine zusätzliche Verletzung des Ischias- und Peronealnervs, die sowohl die Bewegung als auch das Gefühl meines rechten Fußes beeinflusst.“

„Direkt nachdem ich das Krankenhaus verlassen hatte, hatte ich umfangreiche Physiotherapie bei MedSport / Körperformen und Pro Therapie in Olching, was mir erlaubte, nicht nur mit dem Radfahren zu beginnen, sondern auch auf dem Speedwaybike zu trainieren“, berichtet der Bayer von den ersten Wochen nach der OP, „die Erkenntnisse der ersten Tests auf den Bikes bestätigten das mein Körper, obwohl ich mit dem Fahrrad fahren konnte, mehr Zeit braucht um vollständig zu heilen bevor ich wieder Rennen fahren konnte.“

Gut vier Wochen vor dem ersten Grand Prix Rennen im August trat Martin Smolinski dann eine Reha an um die Genesung weiter vorantreiben zu können. „Aus diesem Grund freute ich mich sehr, dass ich mich bei EDEN REHA anmelden konnte, einem nationalen Physiotherapiezentrum in Donaustauf in der Nähe der Speedwaybahn in Abensberg, das auch von der deutschen Fußballmannschaft genutzt wird. Dort wurde ich ausgiebig behandelt, um die volle Bewegung meiner Hüfte wiederherzustellen und den Nervus peroneus zu reparieren.“

Auch wenn die Behandlungen zunächst Anlass zur Hoffnung boten, folgte nun die Erkenntnis, dass es nicht möglich sein wird bis zum ersten GP Ende des Monats fit zu sein. „Obwohl es eine unglaubliche Reaktion auf diese Behandlung gab, wäre ich mit dem ersten Event in knapp 2 Wochen nicht fit genug, um sicher in Breslau zu fahren. Mit dem Rat meiner Ärzte und Physiotherapeuten musste ich akzeptieren, dass mein Körper mehr Zeit braucht. Aus diesem Grund habe ich mich 2020 vollständig aus der SGP-Serie zurückgezogen, anstatt vielleicht zu versuchen, bei diesem oder späteren Veranstaltungen Rennen zu fahren. Auf diese Weise kann sich der nächste ausgewählte Fahrer auf die gesamte Veranstaltungssaison vorbereiten, ohne befürchten zu müssen, dass ich ab einem gewissen Punkte zurückkehren sollte. Dadurch kann sich das FIM / BSI auch früher auf seine Beförderung vorbereiten, was ich als sportlich und fair ansehe.“

Doch nicht nur den Speedway Grand Prix musste der Bayer absagen. Als amtierender Vizeweltmeister auf der Langbahn hätte der 35-jährige auch einen Startplatz in der Langbahnweltmeisterschaft sicher gehabt, den der Bayer nun auch abgegeben hat. „An dieser Stelle sollte ich auch bekannt geben, dass ich aus dem gleichen Grund leider nicht an der Langbahnweltmeisterschaft 2020 teilnehmen werde.“

„Obwohl ich 2020 nicht gefahren bin, sondern nur trainiert habe, möchte ich meiner Familie, meinem Team und meinen Sponsoren dafür danken, dass sie mir geholfen haben, alles für diese Saison vorzubereiten“, möchte der Bayer auch noch einen besonderen Dank an sein Team senden, „besonders in den letzten Wochen, als mein Team hinter mir einen unglaublichen Job gemacht hat, um alles auf die Covid19-Standards vorzubereiten.“

„Ich möchte auch dem Motorradweltverband FIM und dem GP-Promoter BSI für ihre Kommunikation und ihr Verständnis für meine Lage danken und wünsche ihnen viel Glück, dass sie in diesem Jahr unter sehr schwierigen Umständen eine sichere und unterhaltsame Serie durchführen können“, so Martin Smolinski, der letzten Endes auch seinen Fans noch eine Botschaft senden möchte, „Zum Schluss an die Fans: ich hoffe, dass Sie die Rennen genießen können, in Sicherheit bleiben, sich um Ihre Familie kümmern und hoffentlich werden wir alle nächstes Jahr wieder unter normalen Umständen Rennen fahren und den Sport, den wir lieben, in vollen Stadien verfolgen können.“

3 Wochen lang Vollgas in der Reha

Statt auf der Bahn gibt Martin Smolinski seit dieser Woche in seiner dreiwöchigen Reha in Donaustauf Vollgas. „Mein Tagesplan ist straff gefüllt“, berichtet Martin Smolinski, der Ende August beim Speedway Grand Prix in Polen wieder am Band stehen will und im GP die deutsche Fahne hoch halten möchte. „Der Plan ist in 2,5 Wochen einen erneuten Test auf der Bahn zu machen und bis dahin in der Reha die nötigen Fortschritte zu mache“, meldet sich der Olchinger aus der Reha in Donaustauff, wo er sich beim Team von Inhaber Klaus Eder bestens aufgehoben fühlt.

Das Reha-Zentrum in Donaustauff gehört in Bayern zu den renommiertesten Zentren in Bayern. „Inhaber Klaus Eder hat jahrelang die deutsche Fußballnationalmannschaft betreut und hat in seiner beruflichen Laufbahn bereits viele Sportgrößen wie zum Beispiel die Rennfahrer Martin Wimmer und Toni Mang betreut hat und auch Boris Becker oder Maria Höfl-Riesch waren zum Beispiel schon bei Klaus Eder in Behandlung“, so Martin Smolinski, der sich mit dem Inhaber des Eden Reha-Zentrums auch über den Bahnsport unterhalten konnte, „Herr Eder war auch schon zu Wack Hofmeisters und Manfred Poschenrieders Zeiten zu Gast in Abensberg und kennt so auch den Bahnsport.“

Wie erwähnt will Martin Smolinski die nötigen Fortschritte machen um in 2,5 Wochen wieder aufs Bike steigen zu können und dann auch körperlich Fit für den Speedway Grand Prix zu sein. „Hier in der Reha sind alle beeindruckt wie weit ich in der kurzen Zeit nach dem Unfall schon gekommen bin und wie gut sich bisher alles entwickelt hat.“ Mit einem engen Tagesplan, der sich aus diversen Anwendungen wie Bewegungstherapie, Lymphdrainage, Osteopathie und Arbeiten an der Grundlagenausdauer sowie medizinischen-, physischen- und Elektrotherapeutischen Anwendungen zusammensetzt soll das ehrgeizige Ziel von Deutschlands einzigem GP-Fahrer erreicht werden.

Speedway Grand Prix Kalender steht

Der Wettlauf gegen die Zeit kann beginnen! Aufgrund der Corona-Pandemie wurden zahlreiche Grand Prix Veranstaltungen nach und nach abgesagt oder verschoben, da die Entwicklungen rund um die Bekämpfung des Corona-Virus keine andere Entscheidung zugelassen haben.

Da in einigen Ländern wieder Rennen gefahren werden und auch in Deutschland neben Trainings inzwischen bereits wieder vereinzelte Rennveranstaltungen mit Zuschauern stattfinden wurde nun auch der aktualisierte und komprimierte Rennkalender für den Speedway Grand Prix 2020 veröffentlicht. Insgesamt acht Grand Prix Rennen sollen an vier Veranstaltungsorten noch in diesem Jahr gefahren werden. Die Rennen werden ab dem 28. August gefahren und innerhalb von sechs Wochen wird nach acht Rennen der Speedway Weltmeister fest stehen.

Der Plan der GP-Macher sieht vor, dass bei den Grand Prix-Veranstaltungen jeweils Freitags- und Samstagabends ein Rennen gefahren wird und so an den vier Wochenenden in Wroclaw, (28. & 29. August), Gorzow (11. & 12. September), Prag (18. & 19. September) und Torun (3. Oktober) insgesamt acht GP’s ausgetragen werden können. Der Austragungsort für das Rennen am 2. Oktober ist noch offen.

Martin Smolinski hat somit ein klares Ziel vor Augen bis wann er wieder fit sein will, denn dem Grand Prix gibt der Olchinger in der Saison 2020 oberste Priorität. „Dem Grand Prix ordne ich dieses Jahr alles andere unter“, so Martin Smolinski, der im Hinblick auf seine Genesung nach dem schweren Trainingssturz in Leipzig noch eine Reha in Donaustauf absolvieren wird, „ich habe jetzt bis Ende August Zeit um fit zu werden und mich auf die ersten beiden GP‘s vorzubereiten.“

Da der deutsche Speedwaymeister dem Speedway GP und auch der Langbahn-WM, die mit zwei Rennen im September (5. September Morizes/Frankreich & 26. September Rzeszow/Polen) ausgetragen werden soll, oberste Priorität gibt hat der 35-jährige bereits seinen Startplatz beim Speedway Grand Prix Challenge in Gorican am 22. August zurückgegeben. „Ich möchte mir die zusätzliche Zeit für meine Genesung gönnen und habe aus diesem Grund bereits frühzeitig meinen Start beim GP-Challenge abgesagt“, erklärt der Bayer.

Die Top-3 Fahrer aus dem GP-Challenge erhalten für den GP 2021 einen fixen Startplatz und der Deutsche Motorsportbund DMSB hat für dieses Rennen einen fixen Startplatz erhalten, den eigentlich Martin Smolinski als deutscher Meister erhalten hätte. „Mir war es wichtig frühzeitig mit offenen Karten zu spielen um so dem Fahrerkollegen der den Startplatz erhalten wird die bestmöglichste Vorbereitung auf eines der härtesten Rennen im Rennkalender zu ermöglichen. Meine Priorität ist es in den kommenden Wochen so fit wie möglich zu werden um im Grand Prix starten zu können“, so der Bayer.

Martin Smolinski muss weiter pausieren

Nach einem ersten Test in Olching legte Martin Smolinski vergangene Woche in Landshut einen weiteren Test ein um zu sehen wie sein Körper auf die Belastungen auf dem Bike reagiert. Das Resultat des neuerlichen Tests fiel ernüchternd aus.

„Vor einigen Wochen war ich noch um einiges optimistischer und wollte auch in Schweden beim Ligastart am 11. August dabei sein“, so Martin Smolinski, der nach dem Test in Landshut den Optimismus bremsen muss, „nachdem das Training in Olching noch gut lief, war in Landshut nach drei Trainingsdurchgängen erschreckenderweise schon Schluss. Ich konnte den Fuß nicht wie gewünscht heben und belasten wodurch die Kontrolle des Bikes nicht so war wie gewünscht.“

Die Entscheidung vor Ort lautete: Einpacken! „Es macht keinen Sinn vorerst aufs Bike zu steigen“, stellte der Bayer frustriert fest, „einige Tage nach der Belastung meldete sich dann auch mein gesamter Körper und stellte uns vor eine schwierige Entscheidung.“ Im August sollte es für Martin Smolinski endlich mit den ersten Rennen in der schwedischen Liga losgehen, wo Smoli sich gut präsentieren wollte. „Ich bin noch immer weit von meinem Leistungsniveau entfernt und kann gerade aufgrund des in Mitleidenschaft gezogenen Peroneus-Nervs das Bike nicht so kontrollieren wie ich es im Rennen muss“, so der Olchinger, „ich werde jetzt Anfang August in Reha gehen um dort die Genesung weitere voranzutreiben und die Pause so kurz wie möglich zu gestalten.“

Neun Wochen nach OP: Martin Smolinski zurück auf dem Bike

Martin Smolinski saß neun Wochen nach seinem schweren Unfall in Leipzig und einer Pipkin-4-Fraktur (Oberschenkelkopf und Pfannenbruch) am vergangenen Wochenende wieder auf dem Speedway-Bike. „gemeinsam mit dem behandelnden Arzt und dem Team haben wir beschlossen einen Test zu absolvieren um zu wissen wo ich aktuell stehe und um weitere Reha-Maßnahmen und –Schritte in der Heilung voranzutreiben“, berichtet der Bayer vom Entschluss bereits neun Wochen nach der OP wieder aufs Bike zu steigen.

Beim Training auf der Speedwaybahn in Olching war Smoli dann am vergangenen Samstag mit dabei und konnte erste Runden drehen. „Im Vordergrund stand der Gemütszustand und sich einfach mal wieder frei zu fühlen und Nervenbahnen beim Fahren im Automatismus anzuregen“, verrät Martin Smolinski, der beim ersten Training nach seiner Rückkehr nicht wie üblich am Bike testete sondern einfach nur ein paar Runden drehte, „ich ging alles sehr ruhig an und drehte einfach meine Runde ohne Startversuche. Der operierte Oberschenkel verursachte keine Schmerzen und bereitete keinerlei Probleme, doch der Peroneus-Nerv wird beim Fahren deutlich mehr benötigt, als ich dachte. Die Rückantwort aus dem rechten Bein war nicht immer richtig vorhanden und das Gefühl mit dem Motorrad quasi tanzen zu können war nicht gegeben.“

Um die Genesung des Nervs weiter voranzutreiben hat der Bayer weitere Anwendungen und Termine geplant. Ein weiterer Test am kommenden Mittwochabend in der One-Solar-Arena in Landshut soll zudem zeigen, wie sich der Nerv und die Hüfte wenige Tage nach der Belastung anfühlen und die eigentlich automatisierten Abläufe und Bewegungen adaptieren und annehmen können. „Auch wenn die Runden in Olching recht flüssig wirkten, ich bin noch nicht Renn-fit und muss vor allem die Genesung des Peroneus-Nervs weiter vorantreiben“, so der 35-jährige, der noch immer beim Start der schwedischen Liga am 11. August dabei sein möchte und für den ab Mitte/ Ende August weitere Rennen bevorstehen könnten, „aber Nerven benötigen auch Zeit und Geduld, aber genau das sind zwei Punkte die nicht gerade zu meinen Stärken zählen.“

Martin Smolinski macht Fortschritte – EMS Reha Partner aus Olching mit an Bord

Erfreuliche Neuigkeiten aus dem Lager von Martin Smolinski. Sechs Wochen nachdem sich Martin Smolinski seine schwere Hüftfraktur bei einem Trainingssturz in Leipzig zugezogen hat, gibt es einen großen Meilenstein auf dem Weg der Genesung zu vermelden. Am heutigen Dienstag stand im Gröbenzeller Orthopädiezentrum bei Dr. Lenz ein Kontrolltermin an, bei dem auch die lädierte Hüfte geröntgt wurde. „Erfreulicherweise sieht an der Hüfte alles gut aus, auch wenn der beschädigte Nerv mir noch immer zu schaffen macht“, berichtet Martin Smolinski von seinem Termin bei Dr. Lenz, „ich darf im Training jetzt endlich wieder voll belasten und nun den nächsten Schritt in der Reha-Phase machen.“

Zusätzlich zu seinem Trainingsprogramm im Med Sport Fitnesscenter und dem Programm, das der Bayer auf dem Rennrad und zu Hause absolviert setzt Martin Smolinski seit neuestem auch auf das höchst effektive EMS Training im Gesundheitsstudio Körperformen in Olching.

Dank EMS Training bei Körperformen Olching: Olchinger machen Olchinger fit

Das Team von Körperformen Olching unterstützt den Olchinger zusätzlich bei seinem Ziel bis Ende Juli wieder fit zu werden. Mit dem EMS (Elektro-Muskel-Stimulation)- Training wird die Muskulatur besonders tiefenwirksam aufgebaut oder wie in Martins Fall regeneriert. „Das EMS Training eröffnet mir ganz neue Möglichkeiten und neben der Regeneration der Muskeln im Hüftbereich und meinem gesamten Körper, die nach meinem Unfall besonders gelitten haben, kann ich als positiven Nebeneffekt auch deutliche Verbesserungen an meinen Bandscheiben feststellen. Mein Bandscheibenleiden konnte schon gelindert werden“, so Smolis Fazit zur hervorragenden Zusammenarbeit mit dem Team von Körperformen Olching“, „ich kann das Team und das Training bei Körperformen Olching nur empfehlen. Die ausgebildeten Trainer wissen was sie tun, als macht einfach einen Termin dort aus.“

Während es bei Martins Genesung mit großen Schritten nach vorne geht, ist in Sachen Rennen derzeit noch weitestgehend Ruhe in der Speedwayszene, denn lediglich in der polnischen Liga wird derzeit gefahren. Nach aktuellem Stand der Dinge soll es für Martin und sein schwedisches Ligateam Masarna Avesta am 11. August in der schwedischen Liga losgehen. Ob es einen Speedway Grand Prix geben wird und wie viele Rennen dieser umfassen wird steht derzeit noch in den Sternen. „Wir Fahrer erfahren meist alles auch nur sehr kurzfristig, einen Tag bevor die News an die Öffentlichkeit dringen und wissen auch nur, dass bis auf drei Veranstaltungen bis jetzt alles abgesagt ist“, so Smoli.

Voller Kalender auf dem Weg zurück

Üblicherweise ist Martin Smolinskis Rennkalender im Juni prall gefüllt und der Olchinger jettet von Bahn zu Bahn um dort seine Rennen zu bestreiten. Nach seinem schweren Trainingssturz im Mai in Leipzig ist der Bayer inzwischen wieder zurück im heimischen Olching, doch wer erwartet hat, dass Martin Smolinski still und ruhig auf der Couch abwartet bis alles wieder gut liegt ganz schön falsch.

Martin Smolinski arbeitet derzeit in den heimischen vier Wänden als auch auswärts daran um schnell wieder auf die Beine zu kommen und fit zu werden. Der 35-jährige ist derzeit Dauergast im Med Sport Fitness bei Markus Pielenz und arbeitet mit seinem Osteopathen Josef Perchtold und seinem Physiotherapeuten Martin Müller ganz eng zusammen um wieder fit zu werden. „Ich habe mir ein Ziel gesteckt bis wann ich wieder fit werden will und dafür gebe ich derzeit alles. Ich habe gute Anlaufstellen, an denen ich bei der Erreichung des Ziels bestmöglich unterstützt werde und dank Endoberatung Marco kann ich auf ein Reizstromgerät zugreifen durch das ich auch den in Mitleidenschaft gezogenen Nerv bei der Genesung und Erholung unterstützen kann“, so der Bayer.

Nach der Operation im Mai erhielt Martin Smolinski im Gespräch mit dem operierenden Arzt Dr. Fakler die Prognose einer 12-wöchigen Rehabilitationszeit nach der OP. „Wir haben uns dann nach einem tieferen Gespräch und bei gutem Verlauf auf eine zehnwöchige Rehabilitationszeit verständigt, die meinem Ziel Ende Juli wieder fit zu sein mehr entspricht“, so Smoli zu seinem Ziel. Im August wird die schwedische Liga wieder ihren Betrieb aufnehme und auch die Weltmeisterschaftsrennen im Speedway Grand Prix und auf der Langbahn sind für diesen Zeitraum vorgesehen, sodass der Bayer dieses Fernziel im Visier hat. „Corona hat uns aber dennoch gelehrt, dass wir immer nur von Woche zu Woche planen können uns so sind auch ab August noch weitere Verschiebungen möglich. Wenn ich 100% fit bin wenn es losgehen sollte, dann möchte ich auch wieder voll im Renngeschehen mit dabei sein“, so Martin Smolinski zu seinem persönlichen Zeitplan für sein Comeback nach seiner schweren Verletzung.

Bedingt durch die Verletzung und die anhaltenden Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie konnten auch die Rennveranstaltungen seiner Clubs aus Abensberg und Olching an Pfingsten und Fronleichnam nicht gefahren werden, die für den 34-jährigen immer ein Highlight im Rennkalender darstellen. „Die Rennen in Abensberg und Olching fielen der Corona-Pandemie zum Opfer und ich hätte selbst wenn diese stattgefunden hätten nicht dabei sein können. Ich hoffe, dass alle Clubs, die derzeit Einschränkungen erleben müssen, alle wieder zurückkommen“, so Smoli abschließend.

Martin Smolinski nach Trainingssturz operiert

Da in Bayern derzeit noch keine Trainings möglich waren, führte Martin Smolinskis Weg erneut nach Sachsen, wo der Bayer bereits vergangene Woche in Meißen trainiert hatte. Heuer ging es nach Leipzig ins Stadion am Cottaweg unweit der Red Bull Arena in Leipzig. Zum Einsatz sollte ein neuer GTR-Motor aus der Motorenschmiede von Ex-Weltmeister Marcel Gerhard kommen, der weiter getestet werden sollte.

Für Martin Smolinski endete das Training dann nicht nach Plan! Bei einem Wheelie wurde der 35-jährige von einer Bodenwelle ausgehebelt und stieg heftig ab. Von der Bahn ging es dann direkt ins Krankenhaus auf die Notfall-Intensiv-Station wo sich erste Befürchtungen von der Bahn bestätigten. Der rechte Oberschenkelkopf ist gebrochen und war aus der Hüfte ausgekugelt wodurch auch die Pfanne an der Hüfte Schaden nahm.

„Ganz großes Dankeschön an meinen Mechaniker Mischa, der einen Tag nach seinem Geburtstag top reagiert hat“, meldet sich Martin Smolinski aus dem Krankenhaus zu Wort, „die Nacht war nicht leicht und viel Schlaf war auch nicht drin, da ich stündlich Schmerzmittel gebraucht hab.“ Die OP verlief nach Einschätzung des Langbahnweltmeisters von 2018 soweit auch zufriedenstellend: „Ich habe noch immer Schmerzen, aber die Schmerzmittel helfen. Der Knochen war stark verkeilt und es war nicht einfach ihn zurück in die Pfanne zu drücken“, so Smoli nach der Operation, die gut verlief aber auch einiges an Zeit in Anspruch nahm, „ich bin in meiner Bewegung sehr stark eingeschränkt und es ist alles noch stark angeschwollen. Jetzt heißt es Daumen drücken, dass sich auch der Ishias-Nerv wieder beruhigt, da ich den rechten Fuß seit dem Sturz noch nicht richtig anziehen kann.“ Wann es für den Bayer wieder gen Heimat geht und wie lange der Heilungsprozess dauern wird kann derzeit noch nicht gesagt werden. „Ich fühle mich hier sehr gut aufgehoben und alle sind sehr freundlich“, so Martin Smolinski, „ich bedanke mich auch schon für die vielen Genesungswünsche die mich auf verschiedensten Wegen erreicht haben.“

Nach Zwangspause: Roll-Out in Meißen

Die neuerlichen Lockerungen im Kampf gegen die Ausbreitung der Lungenkrankheit SARS-CoV-19 machten es möglich das am vergangenen Wochenende wieder die Motoren brummten. Für Martin Smolinski und Mechaniker Mischa Völkner hieß das Van beladen und ab auf die Piste, auch wenn rund 450km auf der Autobahn zu absolvieren waren um in Meißen in der Nähe von Dresden trainieren zu können.

„Das Training lief sehr gut“, zog Martin Smolinski nach seinem zweiten Training in Meißen in diesem Jahr Bilanz. Vor dem Corona-Bedingten Lockdown war der Bayer bereits in Meißen gewesen um zu trainieren. „Als wir vor dem Lockdown in Meißen waren, war es darum gegangen einfach mal wieder auf dem Bike zu sitzen und zu fahren. Dieses Training hatten wir hingegen genauer strukturiert und uns vor allem auf die Tests der neuen Anlas-Reifen konzentriert. Die Reifen, an deren Entwicklung ich auch beteiligt war, haben sehr gut gearbeitet und auch die neuen Dämpfer von Bitubo haben gut funktioniert.“

Geprägt war der erste Trainingstag nach den kürzlich beschlossenen Lockerungen im Kampf gegen die Corona-Pandemie von den geltenden Vorschriften. „Der Motorsportclub Meißen hatte den gesamten Ablauf wirklich gut organisiert. Der Zugang zum Fahrerlager erfolgte sehr strukturiert und wir Fahrer hatten die nötigen Abstände in der Box“, berichtet der Bayer von den Maßnahmen die der Club zur Durchführung des Trainings umsetzen musste.

Da in den kommenden Wochen noch nicht mit Rennveranstaltungen zu rechnen ist hat sich der Bayer vorgenommen jede sich bietende Trainingsmöglichkeit zu nutzen. „Wir wissen alle nicht genau wann es los gehen wird und ich will so gut wie möglich in einer guten Form sein sobald es los geht“, blickt Smoli auf die nächsten Wochen voraus.

Rennfeeling aus Landshut am Samstag

Endlich wieder ein Rennen – wenn auch zunächst nur ein virtuelles Rennen. Am kommenden Samstag veranstaltet der AC Landshut ein virtuelles Speedwayrennen, bei dem das Landshuter Ligateam rund um Martin Smolinski gegen eine virtuelle Gegnerschaft bestehend aus Fans, Betreuern und Offiziellen des ACL antreten.

Die einzelnen Rennergebnisse werden an einem Rennsimulator simuliert und das ganze Event wird Online auf der Facebookseite des AC Landshut übertragen. Der ACL will den Fans online ein gewisses Rennfeeling auf den heimischen Bildschirm bringen und hat ein Programm für die Übertragung vorbereitet.

Die Fans können sich für das virtuelle Rennen online Tickets erwerben und so den AC Landshut, den die Corona-Krise ebenfalls hart getroffen hat unterstützen. „Corona trifft uns alle“, so Martin Smolinski, „wir Fahrer wollen fahren, die Fans wollen uns auf der Bahn sehen und anfeuern, doch wenn die Clubs die Krise nicht überstehen dann haben wir auch ein gewaltiges Problem. Mit den Onlinetickets kann der ACL für den die Kosten weiterlaufen unterstützt werden, sodass auch der Club die Krise überstehen kann. Lasst uns als Devils zusammenhalten und den Club mit einem Ticketkauf unterstützen.“

Tickets für das Onlinerennen: https://www.etix.com/ticket/v/10295/onesolararena-landshutellerm%FChle?cobrand=ACL2020

Facebookseite des AC Landshut: https://www.facebook.com/ACLDevils

Da der Verlauf der Corona-Pandemie derzeit Lockerungen zulässt prüft Martin Smolinski derzeit auch alle Möglichkeiten um am kommenden Wochenende irgendwo auf dem Motorrad zu sitzen. „Wir schauen derzeit wo was gehen könnte und wenn es irgendwo geht werden wir auf jeden zum trainieren fahren. Die Bikes sind bereit und ich kann es auch nicht erwarten wieder auf dem Bock zu sitzen und den Gashahn aufzudrehen“, so Martin Smolinski.