Danke @adac_suedbayern für den Artikel in der ocMobil Ausgabe 2-2020
Im Jahr 2021 muss wieder eine Erfolgsnachricht drin stehen!

An jeden noch so kleinen Strohhalm hatten sich Martin Smolinski und sein Team geklammert um in der Saison 2020 noch Rennen fahren zu können und sich den Traum vom Speedway Grand Prix 2020 erneut erfüllen zu können.

„Nach Rücksprache mit meinem Chirurgen FIM / BSI, meinem Team und meinen Sponsoren mussten wir heute die sehr traurige Entscheidung treffen, uns von der FIM Speedway Grand Prix-Serie 2020 zurückzuziehen“, so ein niedergeschlagener Martin Smolinski, nachdem er die schwerste Entscheidung des Jahres 2020 zu treffen hatte, „ich hatte während der Tests Ende Mai einen sehr schweren Unfall, der zu einer Femurkopffraktur der rechten Hüfte führte, die auf der Pipkin-Skala mit 4 bewertet wurde und die schwerwiegendste ist, was sowohl zu einem Bruch als auch zu einer Luxation der Hüftpfanne führte. Ich wurde am Universitätsklinikum Leipzig unter der Aufsicht von Dr. med. J. Fakler operiert und obwohl dies das Gelenk reparierte, gab es eine zusätzliche Verletzung des Ischias- und Peronealnervs, die sowohl die Bewegung als auch das Gefühl meines rechten Fußes beeinflusst.“

„Direkt nachdem ich das Krankenhaus verlassen hatte, hatte ich umfangreiche Physiotherapie bei MedSport / Körperformen und Pro Therapie in Olching, was mir erlaubte, nicht nur mit dem Radfahren zu beginnen, sondern auch auf dem Speedwaybike zu trainieren“, berichtet der Bayer von den ersten Wochen nach der OP, „die Erkenntnisse der ersten Tests auf den Bikes bestätigten das mein Körper, obwohl ich mit dem Fahrrad fahren konnte, mehr Zeit braucht um vollständig zu heilen bevor ich wieder Rennen fahren konnte.“

Gut vier Wochen vor dem ersten Grand Prix Rennen im August trat Martin Smolinski dann eine Reha an um die Genesung weiter vorantreiben zu können. „Aus diesem Grund freute ich mich sehr, dass ich mich bei EDEN REHA anmelden konnte, einem nationalen Physiotherapiezentrum in Donaustauf in der Nähe der Speedwaybahn in Abensberg, das auch von der deutschen Fußballmannschaft genutzt wird. Dort wurde ich ausgiebig behandelt, um die volle Bewegung meiner Hüfte wiederherzustellen und den Nervus peroneus zu reparieren.“

Auch wenn die Behandlungen zunächst Anlass zur Hoffnung boten, folgte nun die Erkenntnis, dass es nicht möglich sein wird bis zum ersten GP Ende des Monats fit zu sein. „Obwohl es eine unglaubliche Reaktion auf diese Behandlung gab, wäre ich mit dem ersten Event in knapp 2 Wochen nicht fit genug, um sicher in Breslau zu fahren. Mit dem Rat meiner Ärzte und Physiotherapeuten musste ich akzeptieren, dass mein Körper mehr Zeit braucht. Aus diesem Grund habe ich mich 2020 vollständig aus der SGP-Serie zurückgezogen, anstatt vielleicht zu versuchen, bei diesem oder späteren Veranstaltungen Rennen zu fahren. Auf diese Weise kann sich der nächste ausgewählte Fahrer auf die gesamte Veranstaltungssaison vorbereiten, ohne befürchten zu müssen, dass ich ab einem gewissen Punkte zurückkehren sollte. Dadurch kann sich das FIM / BSI auch früher auf seine Beförderung vorbereiten, was ich als sportlich und fair ansehe.“

Doch nicht nur den Speedway Grand Prix musste der Bayer absagen. Als amtierender Vizeweltmeister auf der Langbahn hätte der 35-jährige auch einen Startplatz in der Langbahnweltmeisterschaft sicher gehabt, den der Bayer nun auch abgegeben hat. „An dieser Stelle sollte ich auch bekannt geben, dass ich aus dem gleichen Grund leider nicht an der Langbahnweltmeisterschaft 2020 teilnehmen werde.“

„Obwohl ich 2020 nicht gefahren bin, sondern nur trainiert habe, möchte ich meiner Familie, meinem Team und meinen Sponsoren dafür danken, dass sie mir geholfen haben, alles für diese Saison vorzubereiten“, möchte der Bayer auch noch einen besonderen Dank an sein Team senden, „besonders in den letzten Wochen, als mein Team hinter mir einen unglaublichen Job gemacht hat, um alles auf die Covid19-Standards vorzubereiten.“

„Ich möchte auch dem Motorradweltverband FIM und dem GP-Promoter BSI für ihre Kommunikation und ihr Verständnis für meine Lage danken und wünsche ihnen viel Glück, dass sie in diesem Jahr unter sehr schwierigen Umständen eine sichere und unterhaltsame Serie durchführen können“, so Martin Smolinski, der letzten Endes auch seinen Fans noch eine Botschaft senden möchte, „Zum Schluss an die Fans: ich hoffe, dass Sie die Rennen genießen können, in Sicherheit bleiben, sich um Ihre Familie kümmern und hoffentlich werden wir alle nächstes Jahr wieder unter normalen Umständen Rennen fahren und den Sport, den wir lieben, in vollen Stadien verfolgen können.“

Statt auf der Bahn gibt Martin Smolinski seit dieser Woche in seiner dreiwöchigen Reha in Donaustauf Vollgas. „Mein Tagesplan ist straff gefüllt“, berichtet Martin Smolinski, der Ende August beim Speedway Grand Prix in Polen wieder am Band stehen will und im GP die deutsche Fahne hoch halten möchte. „Der Plan ist in 2,5 Wochen einen erneuten Test auf der Bahn zu machen und bis dahin in der Reha die nötigen Fortschritte zu mache“, meldet sich der Olchinger aus der Reha in Donaustauff, wo er sich beim Team von Inhaber Klaus Eder bestens aufgehoben fühlt.

Das Reha-Zentrum in Donaustauff gehört in Bayern zu den renommiertesten Zentren in Bayern. „Inhaber Klaus Eder hat jahrelang die deutsche Fußballnationalmannschaft betreut und hat in seiner beruflichen Laufbahn bereits viele Sportgrößen wie zum Beispiel die Rennfahrer Martin Wimmer und Toni Mang betreut hat und auch Boris Becker oder Maria Höfl-Riesch waren zum Beispiel schon bei Klaus Eder in Behandlung“, so Martin Smolinski, der sich mit dem Inhaber des Eden Reha-Zentrums auch über den Bahnsport unterhalten konnte, „Herr Eder war auch schon zu Wack Hofmeisters und Manfred Poschenrieders Zeiten zu Gast in Abensberg und kennt so auch den Bahnsport.“

Wie erwähnt will Martin Smolinski die nötigen Fortschritte machen um in 2,5 Wochen wieder aufs Bike steigen zu können und dann auch körperlich Fit für den Speedway Grand Prix zu sein. „Hier in der Reha sind alle beeindruckt wie weit ich in der kurzen Zeit nach dem Unfall schon gekommen bin und wie gut sich bisher alles entwickelt hat.“ Mit einem engen Tagesplan, der sich aus diversen Anwendungen wie Bewegungstherapie, Lymphdrainage, Osteopathie und Arbeiten an der Grundlagenausdauer sowie medizinischen-, physischen- und Elektrotherapeutischen Anwendungen zusammensetzt soll das ehrgeizige Ziel von Deutschlands einzigem GP-Fahrer erreicht werden.